Generell vorweg: ich bin ein riesen großer Fan von Zusatzqualifikationen 🙂 Ich würde dir immer und überall dazu raten, wenn du die Möglichkeit hast. Definition Zusatzqualifikation Eine Zusatzqualifikation bedeutet, dass du Inhalte erlernst, die über die regulären Ausbildungsinhalte hinausgehen. Dies kann in Form von Sprachkenntnissen, IT-Kenntnissen, Management-Kenntnissen, o.ä., sein. Dies sind aber nur wenige Beispiele. Hier muss man allerdings auch unterscheiden zwischen „Qualifikationen“ die eher schlecht als recht sind und denjenigen, die dich wirklich voran bringen. Außerdem kannst du Qualifikationen über die komplette Ausbildungszeit erlernen oder eben nur in einem 1-stündigen Kurs. Das spiegelt sich dann im Titel auch wieder. Beispiele Ich habe zum Beispiel auf dem Berufskolleg eine Zusatzqualifikation zur Wirtschaftsassistentin gemacht. Das lief parallel einfach zum Unterricht. Ich musste hier ein paar wenige Unterrichtsstunden extra machen und eine Prüfung zusätzlich und habe damit ein zusätzliches Zeugnis und eine weitere Qualifikation erhalten. In der Ausbildung habe ich die Zusatzqualifikation Hotelmanagement gemacht. Dies war möglich, da ich die Fachhochschulreife hatte. Das heißt, dass ich hier zusätzlich Spanisch als Fremdsprache hatte plus Management-Kurse. Außerdem musste ich zusätzliche Prüfungen ablegen, um den Zusatz zu erhalten. Diese Zusatzqualifikation hat mich während den 3 Jahren komplett begleitet. Dadurch habe ich die Ausbildung Hotelfachfrau mit der Zusatzqualifikation Hotelmanagement. In meiner Ausbildung habe ich ebenfalls Seminare belegt wie zum Beispiel zum Thema „Tee“. Das war zwar spannend, bringt mich im Leben aber nicht wirklich weiter und ist deshalb auch nicht wirklich erwähnenswert. Lass sowas in deinen Bewerbungen und deinem Lebenslauf raus, außer du bewirbst dich in diesem Fall als Tee-Sommelier 😉 Im Studium ging es dann weiter. Ich habe gefühlt alles mitgenommen was ging 🙂 Von Sprachkursen über IT-Kurse. Außerdem habe ich einen weiteren Kurs belegt und zwar zum Thema Projektmanagement. Ich habe hier ebenfalls zusätzliche Module belegt und musste eine separate Prüfung ablegen. Anfangs habe ich es mega unterschätzt, weshalb ich beim ersten Mal auch durchgefallen bin. Ich wollte das Zertifikat aber unbedingt und habe es deshalb ein zweites Mal wiederholt und dann lief das auch. Manchmal dauert es einfach ein wenig länger, bis man zum Ziel kommt 😉 Aber in diesem Fall hat dieses Zertifikat nichts mit meinem eigentlichen Studium zu tun und ist davon komplett abgegrenzt. Bedeutung im Lebenslauf In deinem Lebenslauf machen sich Zusatzqualifikationen immer super gut. Alleine schon aus dem Grund, dass du dich weiterbildest und in dich selbst investierst und auch zusätzliche Zeit rein steckst. Außerdem hast du natürlich den anderen gegenüber einen klaren Vorteil, da du ja viel mehr Wissen und Kenntnisse mitbringst. Aber bitte überlege bei jeder Weiterbildung, ob das zu deiner Bewerbung und zu deinem Werdegang passt und relevant ist. Bei mir hat sich die Thematik Wirtschaft, Management, Organisation immer durchgezogen. Wenn ich meiner nächsten Bewerbung nun mein „Tee-Zertifikat“ beilegen würde, dann würde der Personal sich auch seinen Teil denken und meine Bewerbung direkt beiseite legen. Übersicht von Zusatzqualifikationen Das Bundesinstitut für Berufsbildung bietet eine Übersicht der möglichen Zusatzqualifikationen in deiner jeweiligen Ausbildung an. Klick dich direkt mal rein und check ab, was für dich drin ist (unbezahlte Werbung). Prüfe auch unbedingt (am besten bevor du deine Ausbildung antrittst) ob du eine Qualifikation während der kompletten Dauer der Ausbildung mitnehmen kannst, weil du z.B. das Abi hast. Das würde sich auf jeden Fall anbieten. Es kann sein, wenn du die Ausbildung bereits begonnen hast, dass du das rückwirkend nicht mehr einfließen lassen kannst. Und das wäre natürlich sehr ärgerlich. Also prüfe das unbedingt vorher. Und ansonsten frage auch immer in deinem Ausbildungsbetrieb in der Personalabteilung oder bei deinem Azubi-Betreuer nach, ob es Weiterbildungen gibt und was sie dir anbieten. Der Betrieb profitiert natürlich auch davon, wenn sie dich weiterbilden. Schreib gerne in die Kommentare, welche Weiterbildung oder Zusatzqualifikation du bereits hast. In diesem Sinne, bis ganz bald
Cave-Syndrom – Isolation geht nach dem Lockdown weiter
Corona Früher war es für uns alle einfach ein gutes Bier. Mittlerweile ist es ein ätzender Virus, den wir wahrscheinlich alle nicht mehr hören können. Corona hat uns alle zu einer sehr besonderen Zeit in unserem Leben verholfen, bei der leider aktuell auch noch kein Ende in Sicht ist. Lockdown Das Wort war mir zwar bekannt, was das allerdings tatsächlich für einen bedeutet, habe ich erst 2020 am eigenen Leib erfahren. Das wohl isolierteste Jahr meines Lebens – unser aller Leben. Ich selbst war knapp 1,5 Jahre im Home Office. Weihnachten und die Geburtstage haben mein Mann und ich letztes Jahr zu zweit verbracht, weil wir niemanden gefährden wollten. Aktuelle Lage Aber jetzt nimmt die Normalität langsam wieder Züge an und wir können wieder raus. Wir können Freunde und Familie treffen. Man kann mittlerweile sogar wieder in Clubs, Bars, ins Fußballstadion und auf Comedy-Shows, ins Kino und zu Hochzeiten mit 200 Personen. Das ist doch super! Oder? Stellst du dir gerade folgende Frage: Doch was, wenn ich das gar nicht möchte, selbst wenn ich es wieder kann und darf? Definition Cave Syndrom Es könnte sein, dass du dann an dem sogenannten Cave-Syndrom leidest. Die Isolation und der Lockdown gehen für dich weiter, selbst, wenn er nicht mehr für alle gilt und keine Pflicht mehr ist, an die wir uns halten müssen. Wir haben in den vergangenen Monaten „beigebracht“ bekommen zu Hause zu bleiben, soziale Kontakte zu vermeiden und niemanden zu treffen. Teilweise wurde uns sogar mit Strafen gedroht, wenn wir uns dem entgegensetzen. Früher war es für unser Unterbewusstsein eine Belohnung, wenn wir uns mit Freunden und der Familie getroffen haben. Wir sind soziale Wesen, die die Nähe zu anderen Menschen brauchen. Doch durch das Verhalten in den vergangenen Monaten wurde diese Art der Belohnung in eine Art Strafe umgewandelt, die manche Menschen auch nach dem Lockdown weiter im Gedächtnis haben. Also nochmals zusammengefasst: Du hast Angst davor dich mit anderen Menschen zu treffen, weil du Angst vor Konsequenzen hast. Das kann z.B. die Angst sein, sich mit Corona anzustecken. Du lebst zu Hause isoliert und alleine. Vor Corona war das noch nicht so, da warst du noch oft mit Freunden unterwegs. Wenn du dich mit anderen Leuten triffst, dann fühlst du dich nicht glücklich bzw. dein Belohnungssystem wird dadurch nicht angeregt. Du siehst es eher als Bestrafung. Doch keine Angst. Wenn du dich in den „Symptomen“ wiedererkennst, heißt das nicht, dass du krank bist. Es handelt sich bei dem Cave-Syndrom nicht um eine Krankheit, sondern um eine Anpassungsreaktion und einen momentanen Bewusstheitszustand. Wenn du also aktuell noch keine Lust hast Leute zu treffen, dann ist das völlig in Ordnung. In der Regel sollte dieser Zustand in den kommenden Monaten vergehen, so lange bis dein Belohnungssystem wieder angekurbelt wird und du wieder Lust und Freude daran hast, Menschen zu treffen und auszugehen. Generell gilt, dass die Personen, die vor Corona bereits isoliert und zurückgezogen gelebt haben, das vermutlich nach Corona auch noch tun werden. Doch Personen die davor eigentlich sehr oft aus waren und diesen Sommer trotzdem noch zurückgezogen gelebt haben, sollten dies hinterfragen und nicht einfach so hinnehmen. Das kannst du tun Es sagt niemand, dass du direkt auf eine Party mit hunderten von Menschen gehen sollst – im Gegenteil: Treffe dich im kleinen Rahmen mit deiner Familie oder deinen liebsten Freunden. Geh doch Abends mal zu deiner besten Freundin/deinem besten Freund auf ein Bier oder eine Tasse Tee. Treffe dich in kleinen Runden mit deinen Azubikollegen zum lernen. Du erkennst dich jetzt wieder in dem Blogbeitrag? Und das macht dir Angst, weil du denkst, dass du anders bist? Die Angst ist völlig unberechtigt! Glaube mir, es gibt mehr Leute die solche Ängste haben, als du denkst. Ich selbst finde mich in den oben genannten Punkten auch wieder. Und auch ich muss erst wieder lernen wie es ist unter Menschen zu sein, wo teilweise vielleicht auch fremde Leute dabei sind. Das ist für mich die aktuelle Herausforderung. Ein wirkliches Rezept gibt es gegen das Cave-Syndrom nicht. Es ist nur wichtig, dass man mit der Zeit wieder zurück in die „alte Normalität“ kommt – solange es Corona eben zulässt. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen soziale Kontakte, das liegt in unserer Natur. Also geh das Ganze langsam an, wenn es dich im ersten Moment überwältigt und überfordert. Dann solltest du nach Hilfe fragen Solltest du unter extremen Ängsten, Panikattacken oder Depressionen leiden, dann kontaktiere unbedingt professionelle Hilfe, zum Beispiel die deutschen Telefonseelsorge. Das übersteigt dann die oben genannten Punkte des Cave-Syndroms und benötigt Unterstützung. Sei mutig, habe keine Angst davor und suche dir Hilfe, auf die du vertrauen kannst: Tel.: 0800 / 11 10 111Tel.: 0800 / 11 10 222Rund um die Uhrwww.telefonseelsorge.detelefonseelsorge@diakonie.de In diesem Sinne, gib auf dich acht und bleibe gesund,
Deine erste Gehaltsabrechnung
Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber ich war mit meiner ersten Lohnabrechnung total überfordert. Das erste eigene Geld – total geil! Aber warum kommt denn unten weniger raus, als oben rein kommt? Und wo geht das ganze Geld überhaupt hin? Und was ist eigentlich eine Gehaltsabrechnung? All das klären wir in diesem Beitrag. Was ist eine Gehaltsabrechnung? Monatlich bekommst du von deinem Arbeitgeber eine Übersicht darüber was du im letzten Monat verdient hast, was du an Steuern bezahlt hast, was an Abgaben sonst noch weg gegangen ist und was du im Endeffekt ausbezahlt bekommst. Der Arbeitgeber ist zur Gehaltsabrechnung gesetzlich verpflichtet. Wenn du also noch keine Abrechnung in schriftlicher Form bekommst, frage mal bei deinem Azubi-Betreuer bzw. deinem Vorgesetzten nach, was der Grund dafür ist und fordere eine Abrechnung ein. Was ist der Unterschied zwischen Lohn- und Gehaltabrechnung? Eine Lohnabrechnung erhältst du, wenn du nach Stunden bezahlt wirst. Der Lohn kann monatlich variieren. In deiner Ausbildung bekommst du ja aber einen Fixbetrag ausbezahlt, d.h. einen fixes Gehalt. Also sprechen wir bei einem Fixbetrag von einer Gehaltsabrechnung. Generell besteht aber sonst kein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den beiden Formaten. Was steht in einer Abrechnung generell drin? Generell unterscheidet man bei einem Lohn zwischen einem Brutto- und Nettolohn. Brutto ist der Betrag der oben steht und Netto ist der Betrag, den du monatlich auf dein Konto überwiesen bekommst, also abzüglich aller Steuern, Gebühren, Versicherungsbeiträge etc. Falls du dir mit dieser Unterscheidung schwer tust hier eine Eselsbrücke: Brutto-Lohn = brutal, weil hiervon noch etwas abgezogen wird und Netto-Lohn = nett, weil es sich hierbei um den Betrag handelt, den man zum Ausgeben hat 😉 Generell steht auf einer Abrechnung dein Ausbildungsbetrieb, dein Name, deine Sozialversicherungsnummer, deine Lohnsteuerklasse, der Monat bzw. das Jahr des Abrechnungszeitraums und natürlich viele Zahlen. Steuerklassen Man kann zwischen 6 verschiedenen Steuerklassen unterscheiden: Steuerklasse 1: ledig, verwitwet, getrennt/geschieden Steuerklasse 2: alleinerziehend, getrennt lebend Steuerklasse 3: Verheiratete (höheres Einkommen oder Alleinverdiener) Steuerklasse 4: Verheiratete (beide Einkommen gleich hoch) Steuerklasse 5: Verheiratete (geringeres Einkommen) Steuerklasse 6: Zweit- und Nebenjob (unabhängig vom Familienstand) Wenn du von der Schule kommst und deine Ausbildung beginnst und weder verheiratet bist, noch Kinder hast, dann bist du in der Steuerklasse 1. Das sollte auch auf deiner Abrechnung stehen. Wenn du irgendwann heiratest kommst du und dein Ehepartner automatisch in die Steuerklasse 4, außer ihr entscheidet euch für die Kombi 3+5, bei Kindern wird´s dann wieder anders. Aber jetzt bleiben wir mal bei Steuerklasse 1 🙂 Abgaben Dir wird von deinem Bruttolohn generell Steuern abgezogen und Sozialabgaben. Steuerabzüge Wenn du einer Religionsgemeinschaft angehörst dann zahlst du Kirchensteuer. Außerdem zahlst du Lohnsteuer, wenn du über dem Steuerfreibetrag von 9.408€ (Stand 2020) liegst. Wenn du darunter liegst mit deinem Lohn musst du keine Lohnsteuer bezahlen. Dazu habe ich bereits in meinem Beitrag zum Thema Steuererklärung geschrieben. Sozialabgaben Neben den Steuerabzügen hast du auch noch Sozialabgaben. Diese bestehen i.d.R. aus Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung: Krankenversicherung: Die Hälfte dieses Beitrags übernimmt dein Ausbildungsbetrieb, also der Arbeitgeber. Generell beträgt der Satz 14,6% deines Einkommens, davon zahlt die Hälfte dein Ausbildungsbetrieb. Zusatzbeiträge sind hier nicht berücksichtigt. Pflegeversicherung: Der Beitragssatz liegt seit dem 1. Januar 2019 bei 3,05% des Bruttoeinkommens, bei Kinderlosen bei 3,3%. Hiervon zahlt die Hälfte wieder dein Arbeitgeber. Arbeitslosenversicherung: Seit 1. Januar 2020 liegt der Satz hier bei 2,4%. Rentenversicherung: Seit dem 1. Januar 2018 beträgt der Beitragssatz in der Rentenversicherung unverändert 18,6%. Die Hälfte zahlt hier wieder dein Ausbildungsbetrieb. Kost/Logis Du isst jeden Tag bei der Arbeit in der Mitarbeiterkantine oder wohnst sogar in deinem Ausbildungsbetrieb und hast dort ein Zimmer? Dann wird dir das i.d.R. direkt vom Lohn abgezogen. Abgezogen allerdings nur im Sinne von Steuern. Wenn du deine Abrechnung genau anschaust wirst du sehen, dass oben der Betrag drauf gebucht wird und unten wird der gleiche Betrag wieder abgezogen. Das bedeutet, dass du hierfür lediglich die Steuern bezahlst. Was sollte ich sonst noch beachten? Schaue, dass du von Anfang an ein ordentliches System hast. Ich kenne das von mir nur zu gut, dass man alle Abrechnungen im Schrank sammelt und nach einem Jahr fliegt dir das Zeug fast entgegen. Schaffe dir einen Ordner nur für deine Gehaltsabrechnungen an und lege sie direkt ab, wenn du sie bekommst. Das ist dann eine Arbeit von keine 2 Minuten 😉 Prüfe auch regelmäßig ob die Beträge stimmen. Vor allem wenn du das Ausbildungsjahr wechselst und am Anfang vom neuen Jahr. Es kann durchaus sein, dass es mal Abrechnungsfehler gibt oder Überweisungsfehler, wir sind schließlich alle nur Menschen 😉 Aber wenn dir was auffällt, gehe sofort zur Personalabteilung und melde es. Spekuliere nicht darauf, dass es nicht auffällt – das wird es. Und selbst wenn du einen falschen Lohn überwiesen bekommst, musst du ihn rückwirkend über mehrere Jahre hinweg zurückbezahlen, wenn es auffällt. Also lieber direkt klären. Beziehst du bereits vermögenswirksame Leistungen? In einem meiner Beiträge erkläre ich dir, was das ist und warum du es unbedingt schnellstmöglich beantragen solltest, wenn du das noch nicht gemacht hast. Das sollten nun die wichtigsten Punkte zum Thema Gehaltsabrechnung sein. Ich hoffe, dass du nun einen besseren Überblick über deine Abrechnung hast. Wenn du noch Fragen hast, schreibe mir gerne oder hinterlasse unter diesem Beitrag einfach einen Kommentar. In diesem Sinne, bis ganz bald