Inflation: was bedeutet das für meine Ausbildung?

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Überall hört und liest man von der steigenden Inflationsrate. Aber was heißt das eigentlich? Und was heißt das für mich bzw. meine Ausbildung? Wenn man das Wort „Inflation“ in den Duden eingibt, kommt folgende Definition: „Anhaltende allgemeine Erhöhung des Preisniveaus und dadurch bedingter Rückgang der Kaufkraft einer Währung“. ÄH, what? 😀

Was das genau heißt, was das für dich bedeutet und welche Auswirkungen das auf deine Ausbildung hat, klären wir in diesem Beitrag 🙂

Definition Inflation vs. Deflation

Um die die Auswirkungen der Inflation auf deine Ausbildung zu erklären muss ich kurz etwas weiter ausholen, um auch die Deflation, also das Gegenteil davon, zu erklären. Jetzt wird es also ganz kurz etwas theoretisch, geht aber nicht zu lange 😉

In einer Volkswirtschaft, also der Gesamtwirtschaft eines Volkes, hat das Geld immer einen bestimmten Wert im Vergleich zu den Gütern bzw. Dienstleistungen, die man mit diesem Geld kaufen kann. Betrachten wir das ganze mal an einem Brot, das ich beim Bäcker kaufe. Gehen wir davon aus, dass der „normale“ Preis bei 2,00€ pro Brot liegt.

Inflation

Wenn ich nun während einer hohen Inflation zum Bäcker gehe, bekomme ich für meine 2,00€ nur noch das halbe Brot anstatt das ganze Brot. D.h. mein Geld ist nun weniger Wert bzw. die Preise für die Güter und Dienstleistungen sind gestiegen –> Geldentwertung. Mein Azubilohn ist aber immer noch gleich hoch, d.h. ich verdiene auch nicht mehr, bekomme aber weniger für mein Geld, da die Preise gestiegen sind. Außerdem werden durch die Inflation auch deine Ersparnisse weniger, da das Geld ja weniger Wert ist.

Hyperinflation

Vielleicht hast du schon mal von der sog. Hyperinflation gehört. Sie war in den 1930-er Jahren zur Weltfinanzkrise. Die Inflation ist so wahnsinnig durch die Decke gegangen, dass die Preise ins unermessliche gestiegen sind. Im Mai 1923 kostete ein Kilo Brot noch 474 Mark. Im Juli kostete es dann schon 2.200 Mark, im Oktober dann 14 Millionen Mark und Ende Oktober dann schlappe 5,6 Milliarden Mark. Es hat dann wirklich 20 Milliarden Mark Scheine gegeben – für uns ist das unvorstellbar, doch so hat es sich tatsächlich zugetragen.

Dadurch wird deutlich, dass das das Geld dann quasi nichts mehr wert war. Das hat dann schon einen Monopoly-Charakter, wenn man quasi mit „Spielgeld“ bezahlt.

Deflation

Bei der Deflation sprechen wir also genau vom Gegenteil: das Geld wird mehr wert und die Preise für Dienstleistungen und Waren sinken –> Geldaufwertung. Die Auswirkungen hiervon wären z.B., dass man sich weniger kauft, da man als Konsument hofft, dass die Preise weiter sinken – man beginnt zu spekulieren. Dadurch, dass dann die Nachfrage sinken würde, wäre zu viel Angebot auf dem Markt im Vergleich zu der geringen Nachfrage.

Wer kontrolliert das alles?

Die EZB, Europäische Zentralbank, ist der Kontrolleur in der ganzen Angelegenheit und prüft die Preise immer im Vergleich zum Vorjahr. Sollten sich die Preise enorm ändern (positiv wie negativ) schraubt die EZB ggf. nach und korrigiert die Preise durch Zinsenerhöhungen bzw. Zinssenkungen. Sollten die Preise bei +/- 2% zum Vorjahr liegen, spricht man von einer Preisstabilität.

Was ist jetzt besser?

Irgendwie klingt ja beides nicht so wahnsinnig toll – weder Inflation noch Deflation. Aber was ist denn nun eigentlich besser für uns?

Auch wenn du für dich nun vielleicht denkt, dass die Deflation auf den ersten Blick besser ist, ist sie es nicht wirklich. Die Inflation ist in diesem Sinn „das kleinere Übel“ von beiden. I.d.R. strebt die EZB eine Inflationsrate von knapp 2% an. Das Problem ist nun aber, dass wir durch Corona und die Veränderungen der letzten Monate aktuell eine Inflation von knapp 5% haben. Das heißt nun wiederum, dass alles teurer wird und wir uns mit unserem Geld weniger leisten können. Du hast sicherlich im Supermarkt die ein oder andere Preissteigerung bereits gemerkt, oder?

Hier siehst du die Entwicklung der Inflation der vergangenen Jahre und wie man direkt sieht, sind wir aktuell weit über dem „normalen“ Niveau.

Inflationsrate 2006-2022 – Quelle: www.inflationsrate.com

Auswirkungen auf die Ausbildung

Nun wissen wir zwar, dass wir aktuell eine hohe Inflation haben. Doch was heißt das jetzt konkret für dich und deine Ausbildung?

Da die Inflation aktuell sehr hoch liegt wirst du vermutlich schon gemerkt haben, dass die Preise für Lebensmittel, Konsumgüter, Dienstleistungen und z.B. auch Benzin gestiegen sind. Dein Azubilohn hat sich hingegen ja vermutlich nicht erhöht, was aktuell leider für dich bedeutet, dass du dir faktisch weniger leisten kannst bzw. eher verzichten musst. Schau dir dazu auch sehr gerne nochmal meinen Beitrag mit 10 tollen Spartipps an, die du sofort umsetzen kannst.

Prüfe deine Ein- und Ausgaben und checke auf jeden Fall, vor allem jetzt mit der aktuellen Lage in der Ukraine, ob du an deinen Strom- und Gaspreisen noch schrauben kannst. Verzichte so oft es geht auf das Auto, bei den aktuell Spritpreisen. Tipps zum günstigen Tanken findest du auch in dem verlinkten Beitrag zu den Spartipps von mir.

Im Prinzip können wir leider nicht viel mehr tun außer abzuwarten und uns auf das Tun der Politik zu verlassen. Lasse dich nicht aus der Ruhe bringen. Die Lage wird sich auch wieder normalisieren und verbessern. Die EZB hält aktuell auch noch die Füße still, weil sie denken, dass es sich von alleine wieder einrenken wird – wir werden sehen.

Keine Angst – du musst jetzt keine Sorge haben wegen der Inflation deine Ausbildung zu verlieren. Natürlich wird sie Auswirkungen auf deinen Ausbildungsbetrieb haben, aber dich als Azubi wird die Inflation kaum berühren, zumindest nicht im geschäftlichen Kontext.


Ich hoffe, dass wir nun ein wenig Licht in den Dschungel der Inflation gebracht haben und du bei der nächsten Diskussion bei der Arbeit mitreden kannst, wenn es mal wieder heißt „Mensch ist die Inflation gerade hoch…“.

Lasse mir gerne einen Kommentar da, ob der Beitrag für dich hilfreich war und was zu über die Inflation denkst.

In diesem Sinne, bis ganz bald


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