Internat vs. Wohnung vs. Pendeln

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Wenn man die Wahl hat zwischen einem Zimmer im Internat in der Berufsschule, oder einer Wohnung bei der Schule, oder dem Pendeln, dann sollte man die Optionen gut abwägen. Es hat alles seine Vor- und Nachteile, die jeder für sich selbst abwägen muss. Manchmal hat man als Azubi ja sogar gar keine Wahl, da man jede Woche 1-2 Tage Schule hat und keinen Blockunterricht – da fällt diese Diskussion komplett raus. Außerdem ist es möglich, dass die Wege zur Schule auch einfach viel zu lange sind um zu Pendeln. Ich hatte damals allerdings die Wahl durch meinen Blockunterricht und möchte dir von meinen Gedankengängen erzählen und wie ich mich damals entschieden habe.


Mögliche Optionen

Du kannst dich im Prinzip zwischen drei verschiedenen Optionen entscheiden. Ich zeige dir nun im Folgenden die verschiedenen Optionen mit den möglichen Vor- und Nachteilen.

Internatszimmer

Bei dieser Option mietest du ein Zimmer im Internat deiner Berufsschule. Du wohnst damit blockweise direkt in bzw. bei der Schule.

Lernen im Bett im Internatszimmer.
Lernen im Bett im Internatszimmer.

VorteileNachteile
Keine Anfahrtswege: man spart morgens viel Zeit.Man wohnt in der Schule: man kann nicht richtig abschalten + Hobbies + Freunde treffen ist unter der Woche nicht möglich, da zu weit weg.
Günstiges wohnen auf Zeit.Man zahlt ggf. doppelt Miete.
Kleiner Wohnraum = wenig Raum, den man sauber halten muss.Keine Privatsphäre: Zimmer werden i.d.R. mit anderen geteilt.
Es wird für einen gekocht + man muss nicht selbst einkaufen.Man wird zum Küchendienst eingeteilt + muss das essen, was es gibt.
Wenig administrativer Aufwand: Abrechnung erfolgt meist direkt über die Lohnabrechnung – finanzieller Zuschuss über den Betrieb.Man muss sich an die Hausregeln halten: Nachtruhe + Schließzeiten.
Lernen mit Klassenkameraden bzw. Mitbewohnern sehr vorteilhaft.Wenn man besser alleine lernt, ist die Gesellschaft eher ein Störfaktor.

Wohnung in der Nähe der Schule

Eine alternative Option zum Internatszimmer ist eine eigene Wohnung bzw. eine WG in der Nähe der Berufsschule, die man dann immer wochenweise mietet, z.B. eine Ferienwohnung.

Wohngemeinschaft in der Nähe der Berufsschule.

VorteileNachteile
Keine Anfahrtswege: man spart morgens viel Zeit.Man wohnt in der Nähe der Schule: man kann nicht richtig abschalten + Hobbies + Freunde treffen ist unter der Woche nicht möglich, da zu weit weg.
Eigene Wohnung + trotzdem in der Nähe der Schule – finanzieller Zuschuss über den BetriebMan zahlt ggf. doppelt Miete – Ferienwohnungen teilweise extrem teuer.
Privatsphäre gegeben, da man außerhalb der Schule lebt.Man teilt sich Wohnraum ggf. mit Mitbewohnern.
Man kann seine eigenen Regeln befolgen + muss sich nicht an die Hausregeln der Schule halten.Ggf. handelt es sich um eine Ferienwohnung die man mietet – oft auch mit Regeln verbunden + teuer.
Lernen mit Klassenkameraden bzw. Mitbewohnern sehr vorteilhaft.Wenn man besser alleine lernt ist die Gesellschaft eher ein Störfaktor.

Pendeln

Als dritte Option möchte ich das Pendeln zwischen der eigenen Wohnung und der Berufsschule nennen. Das kommt natürlich auch wieder darauf an, wie weit die Schule entfernt ist und ob das demnach überhaupt möglich ist oder nicht. Außerdem war bei unserer Distanz von zu Hause zur Berufsschule ein Auto unumgänglich. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich die dreifache Zeit unterwegs gewesen. Das musst du bei deiner Entscheidung auf jeden Fall mit einbinden!

Fahrgemeinschaft pendelt zur Berufsschule.
Fahrgemeinschaft pendelt zur Berufsschule.

VorteileNachteile
Man schläft im eigenen Bett + in den eigenen vier Wänden.Lange Anfahrtswege – Berufsverkehr + Spritkosten (Auto meist ein Muss).
Man zahlt nicht doppelt Miete.Man bezahlt mehr für den Sprit.
Man kann seinen Hobbies unter der Woche nachgehen.Durch langes Pendeln ist ggf. nicht viel Freizeit vorhanden.
Man ist von der Schule räumlich getrennt + kann besser Abends abschalten.Ablenkung ist schneller vorhanden – Lernen fällt ggf. schwerer.
Lernen ist in Ruhe zu Hause alleine möglich.Lernen in Gruppen fällt schwerer, da man nicht in der Nähe von den anderen ist.
Man hat seine Privatsphäre für sich.Eventuell ist man etwas außen vor, wenn es um den Zusammenhalt in der Klasse geht (wenn alle anderen vor Ort bleiben).

Das war meine Wahl

Ich hatte damals ebenfalls diese drei Optionen und habe mich für das Pendeln entschieden. Wobei ich am Ende, kurz vor den Prüfungen, für ein paar Tage bei Klassenkameraden in der Ferienwohnung auf der Couch geschlafen habe, damit wir gemeinsam lernen konnten. Mein Pendelweg hat zwischen 35-50 Minuten pro Strecke betragen – je nachdem wie der Verkehr war.

Als ich meine Ausbildung begonnen habe, habe ich in einer WG gewohnt. Gemeinsam mit Klassenkameraden bin ich im ersten Lehrjahr in einer Fahrgemeinschaft zur Berufsschule gependelt. Wir alle wollten weiterhin zu Hause wohnen bzw. in unseren eigenen Wohnungen und konnten somit die Spritkosten teilen. Unsere Miete ist ja trotzdem weiter gelaufen, auch wenn wir in der Schule ein Zimmer genommen hätten.

Zur Mitte bzw. zum Ende des zweiten Lehrjahrs hin haben sich dann einige dafür entschieden in der Berufsschule ein Zimmer im Internat zu mieten bzw. eine Wohnung in der Nähe der Schule, einfach aus Zeitgründen und weil sie keine Lust mehr auf das Pendeln hatten. Ich selbst bin trotzdem weiter gependelt, da ich in der Zwischenzeit mit meinem Mann zusammengezogen bin und ich dadurch doppelt Miete hätte zahlen müssen. Wäre ich zu der Zeit nicht mit ihm zusammengezogen, hätte das vielleicht auch nochmal anders ausgesehen. Doch dann wäre für mich vermutlich nur eine Wohnung in Betracht gekommen, da man im Internat fixe Schlafenszeiten und Ausgangszeiten hatte – das war für mich ein No Go.

Ab und zu ist auch noch ein Klassenkamerad mitgefahren bzw. dann meistens Freitags nach Hause, wodurch ich dann auch wieder ein paar Euro reinholen konnte. Und man muss dazu sagen, dass der Sprit zu meiner Ausbildungszeit noch nicht die Preise hatte, die es aktuell sind. Ein Tipp wie du Geld beim Tanken sparen kannst findest du auch in diesem Beitrag von mir – 10 Spartipps die du kennen musst.

Ab und an hatte ich schon das Gefühl, dass ich was „verpasst“ habe, weil die anderen zusammen gelernt haben und auch zusammen in den Bars und Restaurants vor Ort waren. Doch das hat unseren Zusammenhalt keineswegs getrübt, wir sind trotzdem alle super gut miteinander ausgekommen 🙂

Zusammengefasst war mir mein eigenes Bett und meine eigenen vier Wände der Fahrtweg wert. Zeitlich hatte ich auch nicht das Gefühl, dass ich viel früher hätte aufstehen müssen – im Gegenteil: ich war froh, dass ich kein Frühstückdienst hatte 😛


Was man für sich wählt, muss jeder selbst entscheiden. Aber ich hoffe , dass ich dir mit den Vor- und Nachteilen und meiner Entscheidung etwas weiter helfen konnte. Du kannst dich ja auch mal dran probieren einen Block im Internat zu wohnen, wenn das möglich ist. Und wenn das nix für dich ist, kannst du dir eine eigene Wohnung vor Ort nehmen oder einfach wieder aufs Pendeln umsteigen – wie auch immer du das möchtest.

Wenn wir noch weitere Vor- und Nachteile einfallen, schreib sie gerne in die Kommentare 🙂 Welche Option ist für dich die Beste?

In diesem Sinne, bis ganz bald

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